Elf Felder im Kontaktformular – und jedes kostet Anfragen
Elf Felder. So viele hatte das Kontaktformular eines Unternehmens, das wir im Frühjahr beraten haben. Name, Vorname, Firma, Straße, Postleitzahl, Ort, Telefon, Mobilnummer, E-Mail-Adresse, Betreff und Nachricht. Dazu kamen noch zwei Pflichtfelder zum Anklicken.
Die Begründung war verständlich: „Dann müssen wir später nicht mehr nachfragen.“ Das eigentliche Problem: Oft kommt es gar nicht so weit. Jedes Feld ist eine kleine Hürde Ein Kontaktformular soll es Interessenten leicht machen, mit einem Unternehmen in Verbindung zu treten. Trotzdem wirken viele Formulare eher wie ein umfangreicher Antrag.
Jedes zusätzliche Feld verlangt eine Entscheidung:
- Muss ich meine vollständige Adresse wirklich angeben?
- Warum werden Telefon- und Mobilnummer benötigt?
- Was soll ich beim Betreff eintragen?
- Wie ausführlich muss meine Nachricht sein?
- Was passiert anschließend mit meinen Daten?
Ein einzelnes Feld ist selten das Problem. Aber elf Felder, zusätzliche Auswahlmöglichkeiten und mehrere Pflichtangaben summieren sich. Der Besucher, der gerade noch entschlossen war, sieht das Formular und denkt: „Das mache ich später.“ Später ist möglicherweise ein anderes Unternehmen.
Weniger Felder, mehr Anfragen
Für den ersten Kontakt werden meistens nur wenige Informationen benötigt. In vielen Fällen reichen vier Felder vollkommen aus:
- Name
Damit Sie wissen, mit wem Sie sprechen. - Telefon oder E-Mail
Eine Kontaktmöglichkeit genügt zunächst. Idealerweise kann der Interessent selbst auswählen, wie er kontaktiert werden möchte. - Worum geht es?
Eine einfache Auswahl kann helfen, die Anfrage intern richtig zuzuordnen. - Nachricht
Hier ist Platz für alle weiteren Informationen, Wünsche und Fragen.
Alles andere können Sie im persönlichen Gespräch klären. Dort lassen sich Rückfragen schneller beantworten, Zusammenhänge besser verstehen und individuelle Lösungen entwickeln.
Im Gespräch sind Sie ohnehin besser als Ihr Formular.
Nur notwendige Informationen abfragen
Bevor Sie ein Feld in Ihr Kontaktformular aufnehmen, sollten Sie sich eine einfache Frage stellen: Benötigen wir diese Information wirklich, um auf die erste Anfrage zu reagieren? Wenn die Antwort „Nein“ lautet, kann das Feld wahrscheinlich entfernt werden.
Eine Postleitzahl ist beispielsweise nicht erforderlich, um einen Interessenten zurückzurufen. Auch die vollständige Adresse, der Firmenname oder zwei unterschiedliche Telefonnummern werden für den ersten Kontakt nur selten benötigt.
Diese Angaben können später abgefragt werden, wenn ein konkretes Angebot, ein Auftrag oder eine Terminvereinbarung daraus entsteht.
Pflichtfelder bewusst einsetzen
Nicht jedes sichtbare Feld muss ein Pflichtfeld sein. Falls zusätzliche Angaben hilfreich, aber nicht unbedingt notwendig sind, sollten sie freiwillig bleiben.
Eine klare Kennzeichnung schafft Transparenz:
- Pflichtfelder auf das Wesentliche reduzieren
- freiwillige Angaben deutlich kennzeichnen
- kurze und verständliche Feldbezeichnungen verwenden
- unnötige Auswahlfelder vermeiden
- Fehlermeldungen freundlich und konkret formulieren
Das Formular sollte auch auf dem Smartphone schnell und bequem auszufüllen sein. Gerade mobil wirken lange Formulare besonders abschreckend.
Vertrauen gehört ebenfalls zum Formular
Besucher möchten wissen, was nach dem Absenden ihrer Anfrage passiert. Ein kurzer Hinweis unter dem Formular kann Unsicherheit reduzieren.
Zum Beispiel:
„Wir melden uns in der Regel innerhalb eines Werktages persönlich bei Ihnen.“ Auch der Button sollte deutlich sagen, was passiert. „Anfrage senden“ oder „Beratung anfragen“ ist konkreter und einladender als ein allgemeines „Absenden“. Ein gutes Kontaktformular führt den Besucher nicht durch möglichst viele Felder. Es vermittelt Sicherheit und macht den nächsten Schritt so einfach wie möglich.
Unser Fazit
Ein Kontaktformular ist keine Datensammlung. Es ist der Beginn eines Gesprächs. Je weniger Aufwand dieser erste Schritt verursacht, desto wahrscheinlicher ist es, dass Interessenten ihn tatsächlich gehen. Fragen Sie deshalb nur das ab, was Sie für die erste Kontaktaufnahme wirklich benötigen.
Vier gut gewählte Felder bringen häufig mehr als elf detaillierte Eingabefelder. Denn Ihre Postleitzahl brauchen Sie nicht, um zurückzurufen.
Ist Ihr Kontaktformular zu kompliziert?
Wir analysieren Ihre Website, identifizieren unnötige Hürden und optimieren den Weg vom ersten Besuch bis zur konkreten Anfrage.